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Wie bereits erwähnt, ist der Anteil der Landwirtschaft an der Gesamtbeschäftigung zwischen den untersuchten Ländern sehr unterschiedlich. Auch die Struktur der landwirtschaftlichen Beschäftigung nach Geschlecht ist sehr unterschiedlich – siehe Tabelle 3 unten. Männer machen in allen Ländern den größten Teil der landwirtschaftlichen Beschäftigung aus, aber das Ausmaß ihrer Vorherrschaft ist unterschiedlich, von 55 % oder weniger in Österreich, Slowenien und Rumänien bis zu 75 % oder mehr in Dänemark, Irland, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Ungarn und Malta. Im Durchschnitt machen in den 23 EU-Mitgliedstaaten und zwei beitrittswilligen Ländern 62 % der landwirtschaftlichen Beschäftigung Männer aus, wobei der Anteil in den alten Mitgliedstaaten bei 69 %, in den neuen Mitgliedstaaten bei etwa 60 % liegt (knapp 66 % in allen untersuchten EU-Mitgliedstaaten) und nur 53 % in den beiden Kandidatenländern. Wie oben erwähnt, gibt es in 16 Ländern Unternehmensverhandlungen, die in all diesen Fällen neben sektoralen Verhandlungen (mit unterschiedlichem Verhältnis zwischen den beiden Ebenen) stattfinden, außer in Malta, wo es sich um die einzige Verhandlungsebene handelt. Unternehmensverhandlungen scheinen jedoch selten sehr weit verbreitet zu sein (mögliche Ausnahmen sind Dänemark und Schweden) oder eine wichtige Verhandlungsebene. In der Landwirtschaft scheinen Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene in der Landwirtschaft deutlich seltener zu sein als in vielen anderen Sektoren in Ländern wie Österreich, Belgien, Ungarn, Malta, Spanien und dem Vereinigten Königreich, und In finnland, Irland, Italien, den Niederlanden scheint es in der Landwirtschaft praktisch nicht zu fehlen – obwohl dies in den meisten anderen Sektoren in diesen Ländern nicht der Fall ist. Man könnte argumentieren, dass in Fällen wie Italien und den Niederlanden regionale/lokale oder subsektorale Verhandlungen die Rolle der Unternehmensverhandlungen in anderen Sektoren ausfüllen. Die Arbeitgeberorganisationen scheinen ihre Anstrengungen weitgehend auf die Sicherung eines vorteilhaften Regelungsumfelds auszurichten.

So haben beispielsweise der deutsche DBV und die GLFA, die Saisonarbeiter aus dem Ausland als entscheidend für die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit ansehen, erfolgreich die Verlängerung der maximalen Beschäftigungsdauer von Saisonarbeitern von drei auf vier Monate pro Jahr gefordert und eine Änderung der Sozialversicherungsvorschriften gefordert, um den Verwaltungsaufwand für die Landwirte zu verringern. Ein weiteres Beispiel ist, dass die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine weitere Ausweitung des Saisonarbeitsprogramms des Landes gefordert hat. Eine andere Art von Arbeitgeberinitiative wird aus Norwegen gemeldet, wo die sektoralen Organisationen 2003 ein “Handbuch” für Arbeitgeber (Landwirte, Marktgärtner usw.) mit ausländischen Arbeitnehmern entwickelten. In Finnland hat sich MTK der Ausbildung von Menschen aus den baltischen Staaten über die Bedürfnisse der finnischen Landwirtschaft zugewandt, da es immer schwieriger geworden ist, qualifizierte Arbeitskräfte im Inland zu finden. Die Größe der Anbauflächen ist ein wichtiges Thema in den Arbeitsbeziehungen in der Landwirtschaft, insbesondere im Zusammenhang mit dem Haushalt der Eu für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und der Unterstützung des Einkommens der Landwirte in der einen oder anderen Form durch die nationalen Regierungen. Die Größe und Struktur der landwirtschaftlichen Flächen wirkt sich auf das jährliche Arbeitsvolumen und die Verteilung der Arbeitszeit auf ständige, vorübergehende, saisonale und gelegentliche Tätigkeiten sowie auf Kosten und Einkommen und ihre jeweiligen zyklischen Muster aus.

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